Text: Svetlana Reinwarth

Fotos: Svetlana Reinwarth

Veröffentlicht am 27.06.2026

Miranda Priestly kehrt auf die große Leinwand zurück

Im April 2026 kam der neue Film „Der Teufel trägt Prada 2” in die Kinos.

Seit dem 30. April 2026 ist der  neue Film „Der Teufel trägt Prada 2 ” vom Regisseur David Frankel in den deutschen Kinos zu sehen. Miranda Priestly, die bereits im ersten Film aus dem Jahr 2006 "Der Teufel trägt Prada" brillierte, erscheint erneut in voller Pracht. Somit liegen zwischen dem Original und seinem Sequel genau 20 Jahre.


Leider ist es selten der Fall, dass die Fortsetzung eines erfolgreichen und beliebten Films besser als das Original ist. Meistens ist es eher umgekehrt. Andererseits sind die Zuschauer so in die Handlung und die Charaktere vertieft, dass sie die Macher bitten, die Geschichte weiterzuerzählen und zu zeigen, was mit den Haupthelden beispielsweise 20 Jahre später passiert ist.

Kino: Ufa-Palast Düsseldorf

Als der Film „Der Teufel trägt Prada“, der auf dem gleichnamigen Roman der amerikanischen Schriftstellerin Lauren Weisberger basiert, 2006 in die Kinos kam, sorgte er für viel Aufsehen. Denn die Hauptfigur des Films, Miranda Priestly, die ein Modemagazin namens „Runway“ leitete, hatte ein reales Vorbild.


Dabei handelte es sich um Anna Wintour, eine britische Journalistin, die von 1988 bis 2025 Chefredakteurin des amerikanischen „Vogue“-Magazins war. Sie wurde als eine der einflussreichsten Personen in der Modebranche anerkannt und erlangte durch ihren autoritären Führungsstil, der ihr den Spitznamen „Nuclear Winter“ einbrachte, Berühmtheit.


Lauren Weisberger, die Autorin des Romans, hatte bei Anna Wintour als Assistentin gearbeitet und beschreibt darin detailliert, was sie gesehen und erlebt hatte. Und obwohl diese Übereinstimmung nie bestätigt wurde, war Anna Wintour bei der amerikanischen Filmpremiere selbst dabei und lobte Meryl Streeps Leistung in den höchsten Tönen.

Miranda Priestly und Andrew Sachs kehren auf die große Leinwand zurück.

Auf der Leinwand ist Miranda Priestly, die Chefin von „The Runway“, zu sehen, die von Meryl Streep brillant verkörpert wird. Sie ist eine kalte, berechnende, harte, kompromisslose und  unnachgiebige Heldin, die eine große Anzahl von Untergebenen in ihren Händen hält.


Und genau hier landet die junge und unerfahrene Journalistin Andrea/Andy Sachs, gespielt von Anne Hathaway. Sie hat gerade ihr Studium abgeschlossen und versucht, in New York Karriere zu machen, ohne zu ahnen, welche Prüfungen sie auf diesem steinigen Weg erwarten.

Kostüme auf dem Karneval in Venedig

Andrea passt überhaupt nicht in die glamouröse Welt des Hochglanz-Magazins, sie interessiert sich nicht für Mode, kleidet sich komisch und unpassend. Außerdem versucht sie, ihre Rechte durchzusetzen, und spricht mit ihrer Chefin auf Augenhöhe. Doch sehr schnell macht Miranda ihr klar, wer in diesem autoritären Mikrokosmos das Sagen hat.


Was fasziniert die Zuschauer so an Miranda Priestly? Warum hat der Film den Zuschauern so gut gefallen? Denn die von Meryl Streep brillant verkörperte Figur ist alles andere als positiv.


Das liegt wohl daran, dass es nicht einfach ein Film über die glamouröse Welt der Mode ist. Es ist ein ernsthafter psychologischer Dialog darüber, wie man sich selbst bewahrt, seine Grenzen schützt, sich nicht brechen lässt und immer frei bleibt. Meistens wird die Hauptfigur, Miranda Priestly, von Psychologen als Person mit einem stark ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung beschrieben. Und wie immer leiden die Menschen in ihrer Umgebung, während sie sich selbst wohlfühlt.


Offensichtlich fehlt es ihr an Empathie. Sie ist kalt, unnachgiebig und intolerant gegenüber anderen Meinungen. Sie möchte sich auf Kosten anderer erheben. Ihre Urteile sind stur und sie ist äußerst erfinderisch, wenn es um Manipulationen geht.

Kino: Ufa-Palast Düsseldorf

Unbestreitbar hat Miranda auch ihre positiven Seiten: Als Fachkraft ist sie erstklassig. Sie ist eine Perfektionistin mit ausgezeichnetem Geschmack. Sie ist auch eine gute Mutter, die sich sehr um ihre Zwillinge kümmert. Als ihr Mann sie verlässt, zeigt sie sich sogar sensibel und sentimental. Doch dieses Mitgefühl ist einseitig: Sie erwartet es von anderen, ist aber nicht in der Lage, es zu erwidern.


Je tiefer Andrea in die von Miranda Priestly geschaffene Welt eintaucht, desto mehr bemerkt sie, dass die dort geltenden Gesetze nicht zu ihr passen. Hier wird deine Persönlichkeit und deine Meinung nicht geschätzt, hier ist man nicht zu einem Dialog bereit, hier gibt es keine Entwicklung, sondern nur Co-Abhängigkeit. Das Leben der Menschen unterliegt nur einer Sache: der Erfüllung der Launen von Miranda.


Und wie sehr freuen wir uns für Andy, wenn es ihr gelingt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Wie sehr wir ihr auch mitfühlen, wenn sie sowohl den Job als auch die zerstörerische Beziehung zu Miranda Priestly aufgibt.

Kino: Ufa-Palast Düsseldorf

Und endlich kommt die erwartete Fortsetzung des Films in die Kinos, in der sich die Heldinnen natürlich treffen werden. Unsere Redaktion hat sich „Der Teufel trägt Prada 2” bereits angesehen. Wir können ihn euch nur empfehlen. Ihr werdet ihn mit Sicherheit genießen. Man erfreut sich an den schauspielerischen Leistungen, an der Begegnung der beiden Hauptdarstellerinnen nach 20 Jahren, an der Schönheit der Kostüme und an der faszinierenden Modewelt.


Wenn Sie gerne das Kino besuchen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass der Film am 22. und 24. Juli 2026 im UFA PALAST neben dem Düsseldorfer Hauptbahnhof gezeigt wird.


Sie können ihn im Rahmen des Programms „Traumkino” ansehen, über das wir unseren Lesern schon berichtet haben. Wie immer werden wir nicht zu viel verraten und besprechen den Film erst nach Ihrem Kinobesuch.