Text: Svetlana Reinwarth
Fotos: Svetlana Reinwarth
Veröffentlicht am 24.06.2026
Die Stadt, wo der Wind geboren wird“ – unsere Reise nach Liepāja in Lettland.

Panorama der Stadt Liepāja
Vom 14. bis 17. Juni 2026 besuchte die Redaktion des „Düsseldorfer Blattes” die lettische Stadt Liepāja. Liepāja ist eine Hafenstadt an der Ostsee und nach Riga und Daugavpils die drittgrößte Stadt des Landes. Sie wurde erstmals im Jahr 1253 erwähnt und erhielt 1625 das Stadtrecht. Im Jahr 2027 wurde Liepāja zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Anlässlich dieses Ereignisses finden hier das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen statt.

Liepāja wurde für das Jahr 2027 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.
Unsere Redaktion nahm zusammen mit anderen Vertretern deutscher Medien – Zeitungen, Radio, Fernsehen und Online-Medien – an einer vom Deutschen Kulturforum östliches Europa e.V. organisierten und durchgeführten Pressereise teil.
Das in Potsdam ansässige Deutsche Kulturforum östliches Europa e.V. " engagiert sich für die zukunftsorientierte Vermittlung deutscher Kultur und Geschichte des östlichen Europa und will damit einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung europäischer Identität leisten. Dabei sind alle Regionen im Blick, in denen Deutsche gelebt haben oderbis heute leben."

Am Strand von Liepāja
Da Liepāja eine Küstenstadt ist, empfiehlt es sich, die Stadt mit einem Besuch der Strände zu erkunden. Insgesamt gibt es hier drei Strände, doch der schönste und zum Baden am besten geeignete ist der zentrale Stadtstrand. Er ist für seinen schneeweißen Sand berühmt und erstreckt sich über etwa acht Kilometer.
Die Ostsee ist hier flach und der Einstieg ins Wasser verläuft sanft, was besonders von Familien mit Kindern geschätzt wird. Leider bleibt das Wasser mit etwa 18 °C fast immer kalt. Normalerweise weht hier ein starker Wind, der zu einem echten Markenzeichen der Stadt geworden ist. Liepāja wird sogar als die Stadt bezeichnet, in der der Wind geboren wird.

Die raue Natur von Karosta
Im Gegensatz zum belebten Hauptstrand von Liepāja bietet der zweite Strand, Karosta, eine wildere und abgeschiedenere Natur. Es handelt sich um einen breiten Streifen aus feinem Sand, der vom kühlen Wasser der Ostsee umspült wird. Oft trifft man hier nur auf einzelne Spaziergänger oder Angler.
Karosta war zu Zeiten der Sowjetunion ein gesperrtes Militärgebiet, da sich hier ein Kriegsmarinestützpunkt befand. Am 4. Mai 1990 erlangte Lettland seine Unabhängigkeit. Heute ist Lettland ein Einheitsstaat und eine parlamentarische Republik sowie Mitglied der UNO, der EU, der NATO und des Schengen-Raums.
Auf dem Gebiet Lettlands hat schon immer eine große Anzahl verschiedener Nationalitäten gelebt. Heute leben hier Letten, Russen, Weißrussen, Ukrainer, Polen und Litauer.
Die wichtigsten Kirchen in Liepāja sind daher die katholische St.-Joseph-Kathedrale, die lutherische St.-Anna-Kirche und die orthodoxe St.-Nikolaus-Kathedrale in Karosta.

Die lutherische St.-Anna-Kirche

Die katholische St.-Joseph-Kathedrale

Die orthodoxe St.-Nikolaus-Kathedrale in Karosta.
Während unserer Pressereise lernten wir auch ein tragisches Kapitel der lettischen Geschichte kennen: die Massenvernichtung des jüdischen Volkes während des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1935 lebten in Liepāja 7.379 Juden, was etwa 12 Prozent der Einwohner ausmachte. Fast alle von ihnen wurden ermordet.

Der Ort, an dem die jüdische Synagoge im Jahr 1941 abgerissen wurde.
Es sei angemerkt, dass die vom Deutschen Kulturforum östliches Europa e.V. organisierte Reise sehr interessant und abwechslungsreich war. Dabei wurden sowohl die historischen als auch die modernen und kulturellen Besonderheiten von Liepāja berücksichtigt.
Wir spazierten mit großem Interesse durch die Stadt, lernten ihre Geschichte und das heutige Leben kennen und probierten Gerichte der lettischen Küche. Sehr interessant war das Museum für Innenausstattung des 17. bis 19. Jahrhunderts. Es befindet sich im ehemaligen Gästehaus der Witwe des Fleischformers Margarete Hoyer und beherbergt mit großer Liebe gesammelte und erhaltene Einrichtungsgegenstände jener Zeit. In dem dazugehörigen Café werden originale Gerichte der lettischen Küche serviert.

Museum für Innenausstattung in Liepāja
Liepāja ist das gesamte Jahr 2027 lang Kulturhauptstadt Europas. Dieser Titel wird im Rahmen eines Programms der Europäischen Union jährlich an eine oder mehrere Städte in Europa vergeben. 2027 teilen sich Liepāja (Lettland) und Évora (Portugal) diesen Titel.
Im Laufe des Jahres werden hier mehr als 500 verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Konzerte, Festivals, Ausstellungen und vieles mehr. Zweifellos wird es für Gäste, die diese Küstenstadt besuchen, interessant sein, daran teilzunehmen. Das Programm wird derzeit zusammengestellt und ist in der endgültigen Fassung auf der Website: https://liepaja2027.lv/en/events/
einsehbar.
Wir bedanken uns bei den Organisatoren unserer Reise für die sehr interessante und lehrreiche Reise.